Profil

(Photo credit: Stefan Buddenbohm)
Christof Schöch ist Professor für Digital Humanities an der Universität Trier, wissenschaftlicher Ko-Direktor des Trier Center for Digital Humanities und Mitherausgeber des Journal of Computational Literary Studies (JCLS). Er forscht an der Schnittstelle von Computational Literary Studies und französischer Literaturgeschichte. In der Vergangenheit war er unter anderem Vorsitzender des Fachverbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd, 2018–2022) und Präsident der internationalen Alliance of Digital Humanities Organizations (ADHO, 2023–2024).
Forschungsinteressen
Die Schwerpunkte Christof Schöchs in der Forschung liegen im Bereich der Computational Literary Studies: statistische Analyse literarischer Texte, Aufbau von textuellen Ressourcen, Linked Open Data, Large Language Models. Inhaltlich stehen die französischen Klassik und Aufklärung sowie der moderne und zeitgenössische französische Roman im Fokus seines Interesses. Außerdem interessiert er sich für digitale Formen wissenschaftlichen Schreibens und Publizierens, plädiert für Open Access und Open Science in den Geisteswissenschaften und interessiert sich für urheberrechtliche Fragestellungen und das Thema Reproduzierbarkeit in den Digital Humanities. Er versteht sich als ein aktives Mitglied der Romanistik und der Digital Humanities.
Akademische Aktivitäten
Christof Schöch hat in den wichtigsten Zeitschriften für die Digital Humanities publiziert (darunter Digital Humanities Quarterly oder Digital Scholarship in the Humanities) und ist regelmäßig mit Beiträgen bei den wichtigsten Konferenzen vertreten (darunter die Jahrestagung des DHd-Verbands und die Digital Humanities Conference). Er publiziert zudem in innovativen Formaten, von Wissenschaftsblogs und Online-Lehrbüchern über Zotero-Bibliographien bis hin zu Datensätzen und Tools. Regelmäßig wird er international für Keynotes angefragt, sei es in Antwerpen, Budapest, Cluj, Palermo oder Seoul. Er hat umfassende Erfahrung mit der Einwerbung und Leitung von interdisziplinären Forschungsprojekten und Forschungsverbünden, von der Nachwuchsforschungsgruppe Computational Literary Genre Stylistics (BMBF, 2014–2020) über das europäische Netzwerkprojekt Distant Reading for European Literary History (COST Action, 2017-2022) und das Verbundvorhaben Mining and Modeling Text (Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz, 2019-2023) bis hin zu den zwei Projekten im Schwerpunktprogramm Computational Literary Studies (DFG, 2020-2027).
Christof Schöch begutachtet regelmäßig für zentrale Zeitschriften und Konferenzen des Fachs sowie für verschiedene nationale Förderorganisationen. Ein Highlight seiner Gutacher-Tätigkeit war seine Funktion als Panel Member für die ERC Consolidator Grants (2017, 2019, 2021). Er war zudem Vorsitzender des Programkomitees für die DHd-Jahreskonferenz 2020 (Paderborn, DHd2020) und ist derzeit Programme Committee Co-Chair für die Digital Humanities Conference 2027 (Galway, DH2027). Als langjähriger wissenschaftlicher Ko-Direktor des TCDH, eines der ältesten und größten DH-Zentren Europas mit über 30 Mitarbeitenden und einer großen Bandbreite an Forschungsthemen, hat er umfassende Erfahrung mit strategischer Entwicklung, Personalführung und Budget-Planung für interdisziplinäre Teams. Er ist zudem seit langer Zeit in die Forschungsinfrastruktur-Entwicklung für die Geisteswissenschaften involviert, zunächst als Mitarbeiter in DARIAH-DE, dann als Verbandsvertreter in der Vorbereitungsphase für die NFDI, derzeit als Participant im NFDI-Konsortium Text+. Durch Konferenzen, europäische Projekte und seine internationale Verbandstätigkeit ist er bestens vernetzt, sowohl in Europa als auch in Asien (Taiwan, Korea, Japan, Hong Kong).
Wissenschaftlicher Werdegang
Das Studium der Romanistik, Anglistik und Psychologie in Freiburg und Tours hat Christof Schöch mit einer Arbeit über den zeitgenössischen Autor François Bon abgeschlossen. 2008 wurde er in der französischen Literaturwissenschaft mit einer Arbeit über La Description double dans le roman français des Lumières 1760-1800 (binationale Promotion Kassel / Paris) promoviert. Die Arbeit wurde mit dem Prix Germaine de Stael 2010 ausgezeichnet und ist bei Classiques Garnier erschienen.
Wissenschaftliche Positionen
Von 2004 bis 2011 war Christof Schöch wissenschaftlicher Mitarbeiter in französischer Literaturwissenschaft am Institut für Romanistik der Universität Kassel. Von 2011-2017 war er am Lehrstuhl für Computerphilologie der Universität Würzburg beschäftigt, zunächst im Rahmen von DARIAH-DE (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities), dann als Leiter der BMBF-Nachwuchsgruppe Computergestützte literarische Gattungsstilistik. 2017 erfolgte der Ruf auf die W3-Professur für Digital Humanities an der Universität Trier.
Aktivitäten im Detail
Alle akademischen Aktivitäten sind auf einer eigenen Wikibase-Instanz dokumentiert. Dort sind u.a. Listen von Vorträgen, Publikationen, Lehrveranstaltungen oder Services verfügbar, die auch durchsuchbar, sortierbar und filterbar sind. Oder einfach alle Aktivitäten auf einer Karte.
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